Übernachten in Casas Particulares: Kuba hautnah erleben? | Erfahrungen & Tipps

Hotel-Aufenthalt oder lieber in einer Casa Particular in Kuba übernachten? Eine private Unterkunft dürfte sicher für das authentischere Reiseerlebnis sorgen, doch wie findet man diese Herbergen, wie bucht man sie und was kostet die Übernachtung? Es folgen Antworten auf alle wesentlichen Fragen und dazu gibt es Geschichten und Anekdoten auf der Grundlage eigener, ganz unterschiedlicher Erfahrungen mit Casas Particulares. Vor allem aber auch mit Menschen, die diese privaten Pensionen in Kuba betreiben. 

Im Jahr 1997 erlaubte die kubanische Regierung Privatpersonen die Vermietung von Zimmern und Appartements an Touristen. Es war der Startschuss für eine Art Bed ’n’ Breakfast à la Kuba, genannt Casa Particular oder einfach nur Casa. Etwa zur gleichen Zeit verhalf das Musikprojekt Buena Vista Social Club seinen Akteuren zu spätem Weltruhm, Künstlern aus einer anderen Zeit, die beinahe schon in Vergessenheit geraten waren. Und lieferte gleichzeitig einen wesentlichen Beitrag zum bis heute andauernden Kuba-Hype.

Momentaufnahme in den Straßen von Havanna

Casas Particulares wichtig
für Tourismus in Kuba

Im vergangenen Jahr, also 2016, wurde der karibische Inselstaat von 4 Millionen Touristen besucht. Und die Tendenz ist weiter steigend, das Interesse an Kuba-Reisen ungebrochen. Knapp 70.000 Hotelzimmer stehen derzeit zur Verfügung, den privaten Herbergen in Kuba kommt daher eine wesentliche Bedeutung zu, um den Ansturm, insbesondere von Individualreisenden, zu bewältigen. Für Betreiber von Casas Particulares ein lukratives Geschäft, vielen beschert es stattliche Einkünfte.

Begriff Casa Particular

In Kuba wird spanisch gesprochen und Casa Particular ist ein feminines Substantiv, es heißt daher die Casa Particular sowie im Plural die Casas Particulares (wenn mehrere gemeint sind). Bedeutung: Privatwohnung, privates Haus, Privatquartier, Privatzimmer.

Auch der kubanische Staat kassiert natürlich mit. Ich will es genau wissen und erfahre in Baracoa, dass ein Betrag zwischen 35 und 90 CUC, abhängig von der Anzahl der vermieteten Zimmer und ihrer Auslastung, fix monatlich zu zahlen ist. Zusätzlich müssen 10 % von den tatsächlichen Einnahmen abgeführt werden und am Jahresende werden noch einmal 16 % Steuern fällig.

Der kubanische Traum? Mojito am Strand mit Blick aufs Meer

„Blauer Anker“ als Merkmal

Ein Schild mit einem ankerähnlichen Symbol, blau auf weißem Hintergrund, ist das Kennzeichen von Casas Particulares. Was es tatsächlich darstellt, bleibt ein Geheimnis. Denn selbst kubanische Casa-Besitzer, die ich befrage, wissen nicht um die eigentliche Bedeutung. Dank der Beschilderung ist es jedenfalls kein Problem, die privaten Pensionen vor Ort ausfindig zu machen, der unverwechselbare „blaue Anker“, er könnte auch als Dach durchgehen, weist den Weg. Es gilt jedoch, auf die Farbe zu achten. Gleiche Schilder mit rotem Symbol sind nämlich ebenfalls ein Hinweis auf private Herbergen, diese sind jedoch ausschließlich Kubanerinnen und Kubanern vorbehalten. Sie sind günstiger und haben eine einfachere Ausstattung. Und werden manchmal auch stundenweise vermietet.

Eher eine Ausnahme: Casa Particular für Kubaner und für ausländische Touristen

Wie buche ich eine
Casa Particular?

Casas Particulares können problemlos direkt vor Ort gebucht werden, manchmal weist sogar ein zusätzliches Schild („libre“ oder „desocupado“) auf freie Kapazitäten hin. Also klingeln und die Räumlichkeiten in Augenschein nehmen. Und bei Gefallen bleiben oder aber weiterschauen. Wer es nicht gewohnt ist, individuell zu reisen, wird möglicherweise den vermeintlich bequemeren Weg gehen. Einige Casas sind nämlich mittlerweile auch auf verschiedenen Buchungsplattformen im Internet zu finden, manche etwa auch bei Airbnb. Bei weitem jedoch nicht alle, denn Internet ist in Kuba immer noch Neuland. Provisionen locken jedenfalls, daher klinken sich Vermittler gern in das lukrative Geschäft mit den Casas Particulares ein, um sich ein Stück vom „Kuba-Kuchen“ abzuschneiden. Manche Casa-Besitzer können übrigens auch bei der Organisation der Reise helfen. Sie verfügen über ein entsprechendes Netzwerk und vermitteln ihren Gästen bei Bedarf direkt vor Ort eine Unterkunft am nächsten Reiseziel.

Was kostet die Übernachtung
in einer Casa Particular?

Gewöhnlich liegt der Preis für die Übernachtung in einer Casa Particular zwischen 20 und 25 CUC pro Unterkunft. Ob es sich um ein Einzel-/Doppel- oder Mehrbettzimmer handelt, spielt dabei meist keine Rolle. Vor allem in von Touristen weniger stark besuchten Orten können die Kosten auch niedriger liegen, etwa in Guantánamo. Dort lässt sich eine Casa möglicherweise schon für 15 CUC finden, während insbesondere in Havanna die Preise zum Teil höher als 25 CUC liegen.

Zimmer in Casa Particular in Holguín

Jede Unterkunft verfügt in der Regel über ein eigenes Bad mit Warmwasser. Klimaanlage ist Standard und zusätzlich gibt es häufig auch noch einen Ventilator. Handtücher und Bettwäsche sind inklusive und oft ist ein Kühlschrank verfügbar. Ein Fernsehgerät ist in vielen Fällen ebenfalls vorhanden. Davon abgesehen können die Zimmer in der Casa Particular jedoch stark variieren, man kann für gleiches Geld sowohl einen einfachen Raum als auch ein komplettes Appartement, manchmal mit Balkon oder Dachterrasse, bekommen. Und entweder gibt es einen separaten Eingang oder man spaziert mitten durch die Wohnung der Vermieter, um seine Räumlichkeiten zu erreichen. Das ist dann Kuba hautnah.

Frühstück in einer Casa Particular

Für die Einheimischen selbst ist es untypisch, Touristen wird es in den Casas Particulares jedoch oft angeboten: ein reichhaltiges Frühstück für 3-5 CUC. In manchen Herbergen sind zudem auch weitere Mahlzeiten erhältlich. Die meisten Casa-Betreiber können außerdem Taxis organisieren, etwa für die Abholung vom Flughafen oder die Fahrt dorthin. Und natürlich sind die Gastgeber geradezu prädestiniert dazu, Tipps und Auskünfte jeglicher Art zu geben.

Casas Particulares zwischen Havanna und Baracoa

In insgesamt neun Monaten habe ich 15 Orte in Kuba besucht, einige davon mehrfach. Dabei bin ich in 28 verschiedenen Casas abgestiegen und konnte höchst unterschiedliche Erfahrungen sammeln. Es folgt ein Ausschnitt der Erlebnisse. Nicht repräsentativ, denn hier geht es um Highlights, um Auffälligkeiten im positiven wie auch im negativen Sinn. Und im abschließenden Infoteil gibt es konkrete Tipps und Tricks zum Umgang mit Casas Particulares in Kuba.

Szene auf kubanischen Straßen

Erste Casa-Erfahrung in Matanzas

Die verschiedenfarbigen Vorhänge an der Wand verleihen meinem Zimmer einen ganz individuellen Charme. Der Kühlschrank steht direkt neben dem bequemen Bett. Und sogar ein Föhn, auch wenn ich ihn nicht brauche, ist im geräumigen Bad vorhanden. Vor meinem Zimmer blickt Che Guevara mit entschlossenem Blick von einer Kommode. Das Portrait des Rebells steht dort mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie der kleine grüne Baum aus Plastik ein paar Meter weiter. Weihnachten steht bevor, worauf allerdings in Kuba sonst nur wenig hindeutet.

Abendstimmung über der Puente Calixto García in Matanzas

Draußen auf der Straße knattern Autos vorbei, die Abgase alter sowjetischer Ladas sowie US-amerikanischer Vehikel aus den 1950er-Jahren liegen in der Luft. Bienvenidos a Cuba! Matanzas, knapp 40 km von der Touristenhochburg Varadero entfernt, ist für mich die erste Station, bevor es anschließend weiter Richtung Osten geht. Die Stadt wird auf Anhieb zu einem meiner Lieblingsorte in Kuba und auch die heimelige Herberge hat ihren Anteil an dem gelungenen Start. Dass ich später auch noch andere Erfahrungen mit Casas Particulares in Matanzas machen sollte, lässt sich zu diesem Zeitpunkt nicht erahnen.

Gibara: Silvester mit Familienanschluss

In Gibara hatte ich zunächst mit einem Hotelzimmer geliebäugelt. Ausnahmsweise. Einige Quellen überschlagen sich nämlich mit Lobpreisungen für das Ordoño, das sich in einem prächtigen kolonialen Gebäude befindet. Tatsächlich lande ich aber auch in dem verträumten Küstenort in einer Casa Particular. Diesmal sogar mit eigener Dachterrasse. Der Jahreswechsel steht kurz bevor und zu Silvester laden mich meine sympathischen Gastgeber zum Essen ein. Schweinebraten gibt es. Natürlich. Denn den lieben die Kubaner. Und bei der Gelegenheit erfahre ich auch, dass ich der erste Gast der Casa überhaupt bin.

Küstenimpressionen in Gibara mit verblassenden Revolutionshelden

Außerdem bekomme ich interessante Einblicke in kubanische Familienverhältnisse. Etwa, dass die drei Jungs der Familie jeweils unterschiedliche Elternpaare haben, nur bei einem nämlich handelt es sich um den gemeinsamen Sohn. Ein anderer Sprössling ist zwar das Kind meines Gastgebers, jedoch zusammen mit einer anderen Frau. Und der dritte im Bunde schließlich ist der Filius der Wirtin, aber wiederum mit einem anderen Mann. Auch das ist Kuba.

Wie zu Hause in Holguín

In die Provinzhauptstadt Holguín kehre ich oft zurück. Immer wieder streife ich den Verkehrsknotenpunkt im kubanischen Osten und plane auf der Durchreise ein paar Tage Aufenthalt ein. So gut gefällt es mir dort, in der Stadt wie auch in meiner Unterkunft. Das Ankommen wird dabei schnell zum vertrauten Ritual: das Abklatschen der Jungs, die vor der Haustür Fußball spielen, zur Begrüßung der Wangenkuss von meiner Gastgeberin Beatriz. Und von meinem gemütlichen Zimmer aus schließlich der Blick aus dem Fenster. Über die Dächer von Holguín hinweg bis hoch zur Loma de la Cruz, dem Aussichtspunkt über der Stadt. Jedes Mal ist es wie nach Hause kommen. Ein gutes Gefühl. So gibt es nie einen Grund, nach einer anderen Casa Particular in Holguín zu schauen.

Zimmer in Holguín. Vom Bad geht es außerdem auf den Balkon

Kubanische Kontraste in Moa

Der Nabel des kubanischen Tourismus ist das vom Nickelbergbau geprägte Moa sicher nicht. Jedoch liegt es auf der Strecke von Holguín nach Baracoa, einem der beliebtesten Reiseziele im Oriente, daher machen auch hier immer wieder Touristen halt. Speziell für Reisende, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, ist die Industriestadt ein willkommenes Etappenziel. Von den drei vorhandenen Privatpensionen, vor einigen Wochen ist noch eine vierte Casa Particular in Moa hinzugekommen, ist die Casa Yesica y Uldis meine erste Anlaufstelle und es gibt nichts an den Räumlichkeiten auszusetzen.

Weithin sichtbar: die Emissionen des Nickelbergwerks Che Guevara in Moa

Auffällig ist der Kontrast zur unmittelbaren Nachbarschaft, hier in Moa sticht er besonders ins Auge. Die neureichen Casa-Betreiber können sich schickes Mobiliar leisten, ein großes, modernes TV-Gerät, eine fette Musikanlage und einiges mehr. Zudem drehen sich die Gespräche vorzugsweise um eines: die nächsten Anschaffungen. Die Nachbarn hingegen leben teilweise unter einfachsten Bedingungen, bereits fließend Wasser ist für viele ein nicht vorhandenes Luxusgut. Und auch die Folgen dieses Klassenunterschieds sind deutlich zu beobachten. Während anderswo die Tür für Freunde und Bekannte fast immer offen steht, bleibt das Tor zur Casa meist verschlossen. Penibel wacht Uldis darüber, dass kein Besucher ungebeten ins Haus kommt und macht aus seiner Abneigung auch keinen Hehl.

Nach dem Regen in Moa

Einmal kommt ein Bekannter vorbei. Ein Kanadier, der lange in einem der Nickelbergwerke gearbeitet hat, und anschließend in Moa hängengeblieben ist. Was er der 10-jährigen Tochter mitbringen könne, fragt er. Als kleine Aufmerksamkeit, wenn er das nächste Mal zurück nach Kuba komme. Uldis muss nicht lange überlegen, gern darf es das neueste Smartphone-Modell sein. Lachend winkt der Kanadier ab und wechselt das Thema, ihm ist diese Mentalität nicht mehr fremd. Auch das ist Kuba. Einige, die das Glück haben, am Wohlstand zu schnuppern, kriegen den Hals nicht voll, während andere wiederum täglich ums Überleben kämpfen. Ein Prozess, den der Tourismus noch unterstützt, trägt er doch dazu bei, dass die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinandergeht.

Ackerbau in der Nähe von Guantánamo

Misstrauen unter Nachbarn in Guantánamo

Nach Guantánamo kehre ich ebenfalls mehrfach zurück, nicht nur die Noche Guantanamera lockt mich immer wieder in die sympathische Stadt. Und auch hier finde ich auf Anhieb eine angenehme Stammherberge. Nur einmal ist sie belegt, so heißt es ausweichen und ich lande stattdessen in einer anderen Unterkunft. Einfach zwar, aber ordentlich, es gibt nur einen Haken: der Raum hat kein Fenster. Am Abend öffne ich daher die Tür, sie führt zum Innenhof. Lange dauert es jedoch nicht und meine Gastgeberin sieht nach dem Rechten. Und macht mir klar, dass ich sie besser schließen soll. Wegen der Nachbarn, die über den Zaun steigen könnten. Ich wundere mich zwar, aber dann eben zu die Tür! Und später in der Nacht dann doch wieder auf. Ich brauche frische Luft, die Nachbarn werden mich schon nicht massakrieren.

Zimmer in meiner Stammunterkunft in Guantánamo

Am nächsten Tag wasche ich einige Kleidungsstücke, die ich zum Trocknen anschließend im Hof aufhänge. Als ich später nach Hause komme, ist die Wäsche verschwunden. Nanu, waren das etwa die Nachbarn, die tatsächlich über den Zaun geklettert sind, um meine Klamotten zu stibitzen? Nein, meine Gastgeberin hat die Sachen rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit in ihre Obhut genommen. Auch das ist Kuba, tagsüber ist man „amigo“ oder „mi amor“ und nachts hat man Angst, von seinen „Freunden“ beklaut zu werden.

Eingesperrt in Puerto Padre

Gleich um die Ecke befindet sich die Uferpromenade, der Malecón von Puerto Padre. Und nachdem auch die Begutachtung von Zimmer und dazugehörigem Bad einen makellosen Eindruck ergibt, steht meine Entscheidung endgültig fest: hier bleibe ich. Von Robin, meinem Gastgeber, erhalte ich zunächst einen Vortrag über die einschlägigen Regularien. Nämlich, dass mögliche Besucher bei ihm anzumelden sind. Vollkommen egal, ob weiblich oder männlich. Und auch egal, zu welcher Tages- oder Nachtzeit. So weit, so gut, das weiß ich alles schon. Die Daten der Personen werden nämlich unmittelbar an die Behörden weitergegeben, wobei bei Tagesbesuchern die Eintragung in eine inoffizielle Kladde ausreichend ist. So sind die Vorschriften in Kuba, dem Überwachungsstaat. Bei Nichtbefolgen drohen dem Casa-Betreiber Lizenzentzug und möglicherweise weitere Strafen.

Casa Particular in Puerto Padre: um die Ecke locken Meer und Malecón

Damit aber nicht genug. Zwar erhalte ich einen Schlüssel für mein Zimmer, nicht jedoch für die Haustür und muss daher klingeln, wenn ich die Casa betreten will. Okay, nicht jeder Casa-Besitzer händigt seinen Gästen den Schlüssel aus, gänzlich ungewöhnlich ist das so also nicht. Kurios ist jedoch, dass ich mich gleichermaßen bemerkbar machen muss, wenn ich das Haus verlassen will. Eine weitere Klingel befindet sich zu diesem Zweck nämlich auch im Inneren. Wenn ich diese betätige, kommt Robin aus seinen privaten Räumlichkeiten, die sind natürlich ebenfalls verschlossen, und lässt mich hinaus. Das sei so alles zu meiner und zu seiner Sicherheit, sagt er.

Welche Erfahrungen der Mann wohl gemacht hat, dass er zu solchen Maßnahmen greift? Nur zwei Übernachtungen habe ich in der Casa Particular geplant. Hätte ich die Absicht, länger in Puerto Padre zu bleiben, ich würde die Unterkunft wechseln. Denn wie soll man sich in einem solchen Gefängnis zu Hause fühlen?

„Seehund“ vor karibischer Kulisse an der Playa Guardalavaca

In Guardalavaca platzt der karibische Traum

Vor allem als Ziel für All-inclusive-Touristen ist Guardalavaca bekannt. Als Sehnsuchtsort für entspannten Badeurlaub mit erfrischenden Mojitos und anderen Annehmlichkeiten. Erfreulich ist daher zunächst die Erkenntnis, dass es neben Hotels auch eine ordentliche Auswahl an Casas Particulares für Individualreisende gibt. Leider jedoch ist der Traum von Sorglosigkeit und süßem Nichtstun im karibischen Paradies für mich schnell vorbei, er platzt wie eine Seifenblase.

Die Farben des Meeres in Guardalavaca variieren zwischen Azur und Türkis

Gleich zweimal wird meine kubanische Freundin von der örtlichen Polizei aufgegriffen. Verheiratet müssten wir sein, um keine Probleme zu bekommen, heißt es. Oder unsere Zeit in einem der vorwiegend staatlichen All-inclusive-Hotels verbringen, das ginge auch. Nicht jedoch der gemeinsame Aufenthalt in der Casa Particular, deren Wirtin wir entsetzt zurücklassen. Ausgerechnet in Guardalavaca zeigt Kuba ein anderes Gesicht. Das autoritäre System offenbart eine hässliche Fratze. „Sorry for my country“ heißt es seitens meines Gastgebers in Holguín später. Zu den Vorfällen in Guardalavaca, vor allem aber zu dem, was in Baracoa folgen sollte. Denn die Geschichte ist längst noch nicht zu Ende.

Betrüger als Betreiber der Casa Lucy in Baracoa

Enoel Merencio Navarro ist ein gebildeter Mann. Der Rechtsanwalt spricht mehrere Sprachen und betreibt gemeinsam mit seiner Mutter die Casa Lucy in Baracoa, ein großes koloniales Haus. Vom Reiseführer Lonely Planet wird die Casa Particular empfohlen und bei TripAdvisor heimst sie positives Feedback ein. Nach kubanischen Maßstäben ist Enoel ein reicher Mann, wie er selbst eingesteht. Wer käme auf den Gedanken, dass sich hinter dieser seriösen Fassade ein skrupelloser Lügner und Betrüger verbirgt?

Mirador Majayara bei Baracoa: einer der schönsten Aussichtspunkte in Kuba

Enoel Merencio Navarro wird mir als juristischer Beistand empfohlen und kassiert viel Geld für vereinbarte Leistungen. Nach und nach stellt sich jedoch heraus, dass alles, was er zu tun versprach, erfunden und erlogen ist, das ist die ernüchternde Erkenntnis. Dass er die meisten Details sogar in Emails dokumentiert, zeigt vor allem eines: der Mann ist sich sicher, dass er mit seinen Betrügereien durchkommt. Zu guter Letzt bestiehlt er mich sogar, lässt Hygieneartikel und andere Sachen, die ich für meine kubanische Freundin in Mexiko besorgt und ihm anvertraut hatte, verschwinden. Und macht sich nicht einmal die Mühe, eine halbwegs plausibel klingende Erklärung zu liefern.

Buntes Baracoa, hier in der Calle Antonio Maceo

Polizeiwillkür und Umgang mit Menschenrechten

Um meine Freundin geht es nämlich, sie wird in Baracoa zunächst sechs Tage bei der Polizei festgehalten. Wie eine Schwerverbrecherin. Tatsächlich wird ihr wohl Prostitution unterstellt und die ist in Kuba verboten. Wenigstens darf ich ihr Nahrung und andere Dinge des persönlichen Bedarfs bringen, bevor sie anschließend ins dortige Gefängnis gesteckt wird. Die Geschehnisse zuvor in Guardalavaca waren als Warnung zu verstehen, das wird erst jetzt klar. Und nun folgt die Bestrafung. Zwei Jahre Knast wegen „Belästigung von Ausländern“. In drei Fällen. Dass der „Belästigte“ jedes Mal der derselbe ist, interessiert dabei nicht, mit mir spricht die Polizei ja nicht einmal. In Holguín sagen sie später, dass dort so etwas nicht passiert wäre, in Baracoa würden „andere Regeln“ herrschen. Polizeiliche Willkür in einem Land, in dem Menschenrechte nicht viel gelten. Auch das ist Kuba wie ich fassungslos erkennen muss. Mehr als einmal verfluche ich dieses Land mit seinem verlogenen System.

In der Casa de la Trova von Baracoa, 2 Tage später wird meine Freundin verhaftet

„Traue keinem Kubaner“, die Menschen, die mir diesen Rat geben, sind selbst Kubaner. „Und traue erst recht keinem Polizisten oder Rechtsanwalt“ heißt es weiter. In diesem Fall zu spät. Enoel Merencio Navarro hat die charakterlose Habgier eines Menschen offenbart, der aus der Notsituation eigener Landsleute niederträchtig Kapital schlägt. Dass der Rechtsanwalt zudem als Dolmetscher für die örtliche Polizei arbeitet und mir geraten wird, besser nichts gegen ihn zu unternehmen, unterstreicht die Verstrickungen. Und als ich die Rückgabe meines Eigentums fordere, bedroht mich Enoel, der Betreiber der Casa Lucy, sogar. Das abgelegene, von der Hauptstadt Havanna weit entfernte Baracoa im Osten Kubas erweist sich immer mehr als Sumpf aus Lügen und Betrügereien. Auch das ist Kuba. Jedoch eine Seite des Landes, die man als Tourist so normalerweise kaum kennenlernt.

In den Straßen von Matanzas

Zurück in Matanzas

Am Ende meiner ersten Kuba-Reise war ich noch einmal nach Matanzas zurückgekehrt. Ein Zwischenstopp in der liebgewonnenen Stadt auf dem Weg nach Havanna, dem letzten Ziel. Diesmal lande ich in der Villa Soñada, wo es zu einer Premiere kommt, denn erstmals hat mein Zimmer kein integriertes Bad. Das befindet sich aber direkt gegenüber und Armando, mein Gastgeber, verspricht „only for you“. Das Zimmer selbst scheint sonst eher als Vorratsraum und Arbeitszimmer zu dienen. Der Kühlschrank ist nämlich randvoll gefüllt mit Eiern sowie tiefgefrorenem Fleisch. Und auf dem Tisch steht ein Computer, an dem Armando noch eine Weile tätig ist, bevor er mir die Kammer endgültig überlässt.

Matanzas: Mosaik mit Abbildung des allgegenwärtigen Che Guevara

In der Nacht muss ich die Tür öffnen, zu stickig ist es im Zimmer, die Bude verfügt über keine Frischluftzufuhr. Anhand der Geräusche höre ich so zunächst, dass „mein“ Bad auch von anderen genutzt wird, offenbar von Armandos Familie. „Only for you“ war also eine „mentira“, etwas, das im kubanischen Alltag eine große Rolle spielt. Lügen gehört quasi zur kubanischen Kultur dazu, das habe ich oft erlebt. Armando selbst geht auch gelegentlich an meinem Zimmer vorbei und wirft einen Blick in den dämmrigen Raum. Angesichts der Geräuschkulisse und der muffigen Luft ist an Schlaf kaum zu denken und irgendwann merke ich, dass jemand ins Zimmer geschlichen kommt. Ich lasse Armando, es handelt sich um meinen Gastgeber, zunächst einige Schritte gewähren, bevor ich ihn anspreche. Worauf er etwas undefinierbares murmelt und den Rückzug antritt.

Begegnung in den Straßen von Matanzas

Die Nacht ist früh für mich vorbei, kein Wunder. Und da es keinen Grund gibt, länger zu verweilen, mache ich mich sogleich auf, den ungastlichen Ort wieder zu verlassen. Stelle Armando aber zunächst zur Rede, was er denn nachts in meinem Zimmer wollte. Nachschauen, ob ich da bin, lautet die bemerkenswerte Erklärung des Mannes, der mich zuvor noch höchstpersönlich ins Haus gelassen hatte. Und später ja auch mehrfach an der offenen Tür „vorbeipatroulliert“ war.

Natürlich muss ich mich auch an die eigene Nase fassen, schließlich hatte ich die stickige Kammer allzu leichtfertig akzeptiert. Hatte die Freude darüber, zurück in Matanzas zu sein, etwa den Blick getrübt und mich über offensichtliche Nachteile der Unterkunft hinwegsehen lassen? Kaum glauben kann ich, was ich später bei TripAdvisor entdecke. Die Villa Soñada mitsamt ihrem sonderbaren Betreiber Armando, dort liebevoll „Mandy“ genannt, wird veritabel abgefeiert, von begeisterten Gästen in den höchsten Tönen gelobt. Für mich bedeutet die Nacht in der Villa Soñada jedenfalls eines der skurrilsten Erlebnisse im Zusammenhang mit Casas Particulares in Kuba.

Impressionen aus Centro Habana

Bettwanzen als „Souvenir“

Die Straßen sind noch feucht bei meiner Ankunft in Havanna. Es hat gerade aufgehört zu regnen und jeden Augenblick kann es wieder anfangen. Zudem wird die Dunkelheit gleich hereinbrechen. Nicht die besten Bedingungen, um in der noch fremden Stadt nach einer Bleibe zu suchen. Ich klingele hier und dort, mal ist die Casa belegt, ein anderes Mal der Preis zu hoch. Und man belehrt mich, dass es ohnehin nicht möglich sei, ein Zimmer um 25 CUC zu bekommen. Nicht in dieser Gegend und nicht um diese Jahreszeit, heißt es.

Am Malecón von Havanna

Trotzdem bleibe ich in La Habana Vieja hängen und finde dort schließlich doch noch einen Raum für 25 CUC. Nur wenige Meter von der Calle Obispo entfernt. Dass ausgerechnet dort der größte Touristenzirkus stattfindet, konnte ich noch nicht wissen. Fünf Tage bleiben mir, um von hier aus die Hauptstadt zu erkunden. Die Folgen der von mir gewählten Unterkunft sollte ich allerdings erst anschließend in Mexiko spüren: nächtlicher Juckreiz, der mich fast in den Wahnsinn treibt. Aus der düsteren Hinterstube in Havannas Altstadt exportiere ich Bettwanzen, die mich noch insgesamt vier Wochen nerven sollten und die ich erst nach der Heimkehr in Deutschland loswerde.

Auf dem Mercado San Rafael in Centro Habana

Noch einmal Havanna mit Glücksgriff

Eineinhalb Jahre später bin ich wieder in Havanna. Inzwischen kenne ich die Stadt ein wenig, war zwischenzeitlich noch zwei weitere Male vor Ort. Diesmal zieht es mich auf direktem Weg nach Habana Centro. Dem am dichtesten besiedelten Teil der Hauptstadt, dem Herzen von Havanna in Reichweite vom Malecón, der Uferpromenade. Gelernt hatte ich bereits, dass es nur wenige Zimmer mit Fenster oder Balkon zur Straße gibt. Genau danach steht mir aber der Sinn. Ich will eine Casa Particular, aus der ich hinunterschauen kann auf die Straße. Das Leben spüren und den Geruch der Stadt atmen. So streife ich zunächst etwas herum, bis der Zufall mich in die Arme von Ulysses treibt. Der vermietet zwar selbst Zimmer, kann meine Wünsche jedoch nicht erfüllen. Aber er verspricht zu helfen. Ein Glücksfall, denn der Mann kennt sich aus. Kein Wunder, wir sind schließlich in seinem Revier.

Centro Habana: Morgendliche Eindrücke beim Verlassen des Hauses

Wenig später bin ich am Ziel meines Begehrens. Die Casa in der Calle Neptuno scheint nur auf mich zu warten. Ein riesiges Apartment mit großem Schlafraum und sogar noch einem zusätzlichen Wohnzimmer. Und einem Balkon, von dem ich hinunter auf die tagsüber belebte Straße blicke. Ich bin mittendrin im Leben, genau so, wie ich es mir gewünscht hatte. Diese Casa Particular in Havanna erweist sich zum Abschluss als wahrer Glücksgriff.

Die Übernachtung kostet übrigens genau so viel wie die in meiner ersten Herberge in der kubanischen Hauptstadt. Die mit den Bettwanzen eineinhalb Jahre zuvor. Ich erhalte alle Schlüssel, kann kommen und gehen wie es mir beliebt. Und ob ich Besucher mitbringe, interessiert hier auf einmal niemanden mehr. Auch das ist Kuba, aber auf einmal ganz anders. Ulysses fragt, ob mir seine Hilfe ein Getränk wert ist. Was für eine Frage, in der nächsten Kneipe spendiere ich zwei Runden kubanisches Bier, gut gekühltes Bucanero.

Abendstimmung über Havanna. Blick vom Edificio Focsa

Der Blick zurück

Wie lautet ein Fazit nach neun Monaten in kubanischen Privatquartieren? Überwiegen die negativen Erlebnisse? Nein, das Gegenteil ist der Fall. Zu 99 % waren die Menschen freundlich und hilfsbereit und ich habe mich in ihren Herbergen wohlgefühlt. Was ist dagegen eine Nacht in der Villa Soñada von Matanzas mit ihrem eigenartigen Betreiber? Oder zwei weitere in Puerto Padre? Bei dem Mann, der sich eher wie ein Gefängnisdirektor aufgeführt hat. Keine Frage, auf die Bettwanzen in Havanna hätte ich gern verzichtet. Ob es Zufall ist, dass es die dortige Casa inzwischen nicht mehr gibt? Das Schild mit dem „blauen Anker“ ist jedenfalls verschwunden. So, als wäre es nie da gewesen.

Einer jedoch fällt deutlich aus der Reihe: der Betrüger Enoel aus Baracoa. Mit seiner Casa Lucy als Hort krimineller Machenschaften. Denn mit seiner Dreistigkeit wirft dieser Ganove zu Unrecht ein schlechtes Licht auch auf andere Gastgeber von Casas Particulares. Und schadet damit dem Tourismus in Kuba insgesamt. Allerdings ist es nur schwer vorstellbar, dass man den Mann seine Untaten auch weiterhin ungestraft verüben lässt. Obwohl es sich um Kuba handelt, ein Land, in dem vieles anders ist. Und manches nicht zu verstehen.

In den Straßen von Centro Habana

Wohnen wie die Einheimischen?

Wie authentisch ist sie nun tatsächlich, die Übernachtung in Casas Particulares? Nimmt man so am echten Leben teil, ist man quasi ein Kubaner auf Zeit? Nein, sicher nicht. Die Privatzimmer sind nach westlichem Standard ausgestattet, auf die Bedürfnisse der Touristen ausgerichtet. Mit einem Komfort, der für viele Kubaner selbst unerreichbar ist, während man als Tourist in einer Art Parallelwelt lebt.

Will man das Land „richtig“ kennenlernen, muss man ausbrechen aus dieser Blase. Wer das „echte“ Kuba sucht, sollte reisen wie die Einheimischen, mit Camión und Máquina, also mit LKW und Sammeltaxi, statt mit Viazul-Bus. Und auch das Zugfahren in Kuba ist ein echtes Abenteuer. Essen in Paladares und Cafeterías, wo die Einheimischen zu finden sind, und wo mit CUP (Moneda Nacional) bezahlt wird, gehört ebenfalls dazu. Das Privatquartier ist jedenfalls eine gute Basis für solche Aktivitäten. Und natürlich allemal authentischer als die Unterbringung in einem anonymen Hotelzimmer.

Tipps zum Thema Casas Particulares

Buchung von Casas Particulares. Nur einmal habe ich selbst eine Unterkunft vorab gebucht, es war die erste. Denn wer hat schon Lust, sich nach langem Flug auf die Suche zu begeben, möglicherweise bei Ankunft in der Dunkelheit an einem noch unbekannten Ort? Sämtliche weiteren Herbergen habe ich direkt vor Ort ausgewählt und damit die besten Erfahrungen gemacht. Reisenden, die das Land wirklich individuell kennenlernen möchten, empfehle ich, es genau so zu machen.

Auswahl von Casas Particulares. In der Facebook-Gruppe Amigos de Cuba werden Kontaktdaten von Casas zusammengetragen, die von den Mitgliedern empfohlen werden. Airbnb bietet zudem eine ordentliche Auswahl zu vernünftigen Preisen. Aufgrund eigener Erfahrung kann ich selbst außerdem folgende Quartiere empfehlen:

  • Holguín: Beatríz Suárez Escobar, Calle Miró #158, Mail: juan@hlg.onbc.cu
  • Guardalavaca: Villa Karla, Yurismarith Tamayo Hernández, Mail: yurismarith@nauta.cu, Tel. +53 52836614
  • Guantánamo: Hostal Casa Nostra, Niyuris Pons Bosque, Calle Pedro A Perez #1084, Mail: niyuris@nauta.cu, Tel. +53 53104646
  • Matanzas: Hostal Rey, Calle Contreras #29014, Mail: amarilisromero@nauta.cu, Tel. +53 45294284
  • Havanna: Home Sans, Calle Virtudes #453, Mail: omorera@infomed.sld.cu, Tel. +53 53835245

Kosten für Übernachtung in Casas Particulares. Mit Blick auf die dortigen Einkommens- und Wirtschaftsverhältnisse sowie im Vergleich zu anderen, bei Individualreisenden beliebten Ländern ist Kuba ein teures Reiseziel. Was nicht verwundert, der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und das Land benötigt die Devisen, die durch die Besucher auf die Karibikinsel gespült werden. Ein Schnäppchen ist der Preis für die Übernachtung in Casas Particulares daher nicht. Mein Spartipp: wer länger als ein, zwei Übernachtungen plant und insbesondere, wer allein reist, sollte nach einem Preisnachlass fragen. Erfahrungsgemäß ist so eine Reduzierung von zum Beispiel 25 CUC auf 20 CUC fast immer möglich (Hinweis: 1 CUC = 1 US-Dollar). Leseempfehlung: weitere Tipps zum Thema Geld sparen und Kuba authentisch erleben sind bei A World Kaleidoscope zu finden.

Essen in der Casa Particular. Frühstück und weitere Mahlzeiten werden in vielen Casas angeboten. Meine Empfehlung: raus aus der Casa Particular und dorthin gehen, wo die Einheimischen essen und trinken. Ein Frühstück etwa kann man sich so preisgünstig zusammenstellen und man ist / isst mittendrin im „richtigen Leben“, Preisbeispiele: kleiner Kaffee für 1 CUP, Jugo (Fruchtsaft) für 2-3 CUP, Batido (Smoothie/Milchshake) für 3-5 CUP und Pan (belegtes Brötchen/Weißbrot) für 5 CUP (Hinweis: 1 CUC = 24 / 25 CUP).

Weitere Tipps.

  • Lage: Insbesondere bei größeren Städten ist es sinnvoll, sich vorab Gedanken über die gewünschte Lage zu machen. Beispiele: in Havanna bevorzuge ich Centro Habana, während ich in Santiago de Cuba den Barrio El Tívoli über der Treppe zur Calle Padre Pico für den interessantesten Standort halte. In Cienfuegos hat man die Wahl zwischen dem Stadtkern und der attraktiven Lage auf der Punta Gorda etwas außerhalb.
  • Tarjeta: in der Regel wird sie bei der Ankunft ausgehändigt, falls nicht: nachfragen! Nach einer Tarjeta, einer Visitenkarte der Casa Particular. Es kann mitunter nützlich sein, die Adress- und Kontaktdaten der Unterkunft parat zu haben.

Hat Dir der Artikel gefallen? Dann teile ihn mit Deinen Freunden!