Whalewatching vor der Küste von Sao Miguel.
Portugal

Azoren: Whale Watching – auf den Spuren von Moby Dick

Aktua­li­siert am

Die Azo­ren gehö­ren zu den inter­es­san­tes­ten Zie­len für Wal-Fans. Wal­be­ob­ach­tung zählt daher zu den belieb­tes­ten Akti­vi­tä­ten für Besu­cher der Atlan­tik­in­seln. Auf São Miguel habe ich an einer Wha­le-Watching-Tour teil­ge­nom­men und außer­dem mit Nei­de Mar­ga­ri­do gespro­chen, die dort als Natur­schutz­bio­lo­gin arbei­tet. Denn auch Tier­schutz ist natür­lich ein wich­ti­ges The­ma, wenn es um Wale geht.

Am Ende des Dra­mas zieht der Wal sei­nen fana­ti­schen Ver­fol­ger mit sich in die Tie­fen des Oze­ans, Moby Dick siegt über den beses­se­nen Jäger. Die Geschich­te von Kapi­tän Ahab und dem wei­ßen Pott­wal beruht auf Mythen und wah­ren Bege­ben­hei­ten und zählt zu den Klas­si­kern der Welt­li­te­ra­tur. In Wirk­lich­keit waren jedoch die Wale die Ver­lie­rer, sie wur­den Jahr­hun­der­te lang har­pu­niert und zu Tode gehetzt. Um das Fleisch anschlie­ßend zu Steaks zu ver­ar­bei­ten. Oder um Mar­ga­ri­ne, Sei­fe, Schmier­stoff oder Vieh­fut­ter aus den rie­si­gen Fleisch­ber­gen her­zu­stel­len.

Street Art in Ponta Delgada, São Miguel, mit Wal-Motiv.
Auch als Street-Art-Motiv sind Wale in Pon­ta Del­ga­da beliebt

Vom Walfang zum Wal-Tourismus

Mit­te des 18. Jahr­hun­derts kamen US-ame­ri­ka­ni­sche Wal­fang­boo­te auf die Azo­ren und heu­er­ten Insel­be­woh­ner für die Jagd auf die gro­ßen Mee­res­säu­ger an. Spä­ter nah­men die Azo­rea­ner das blu­ti­ge Hand­werk dann selbst in die Hand und die Wal-Sai­son dau­er­te jedes Jahr von April bis Novem­ber. Ein neu­er Wirt­schafts­zweig ent­stand, 1987 war jedoch Schluss mit dem Gemet­zel. Ein Jahr zuvor hat­te die Inter­na­tio­na­le Wal­fang-Kom­mis­si­on näm­lich den Fang von Walen zu kom­mer­zi­el­len Zwe­cken ver­bo­ten. Welt­weit waren bis dahin Mil­lio­nen Tie­re getö­tet wor­den und man­che Arten stan­den kurz vor der Aus­rot­tung. Wal­fang, also The­ma einer ver­gan­ge­nen Zeit? Nein, denn nicht über­all hält man sich an das Ver­bot. Auch heu­te noch wird den gefähr­de­ten Tie­ren nach­ge­stellt und Nor­we­gen gilt als größ­te Wal­fang­na­ti­on, vor Japan und Island, ein trau­ri­ger Spit­zen­platz.

Blick auf den Hafen von Ponta Delgada, Azoreninsel São Miguel.
Blick auf den Hafen von Pon­ta Del­ga­da

Auch auf den Azo­ren sind Wale inzwi­schen zwar wie­der ein The­ma, gejagt wird jedoch nicht mehr. Dafür gehört für Tier­freun­de seit 1993 die Beob­ach­tung der unter Natur­schutz ste­hen­den Mee­res­rie­sen zu den span­nen­den Attrak­tio­nen. Wha­le Watching statt Wal­fang heißt es nun auf den por­tu­gie­si­schen Atlan­tik­in­seln. Und nicht nur für CNN gehö­ren die Azo­ren zu den welt­weit bes­ten Orten für Wal­be­ob­ach­tung – neben Kana­da, Mexi­ko, Aus­tra­li­en oder der Ant­ark­tis.

Walsaison auf den Azoren

Im South Luang­wa Natio­nal­park von Sam­bia hat­te ich bereits vie­le Tie­re in frei­er Wild­bahn sehen kön­nen und anschlie­ßend in Bots­wa­na gab es vor allem span­nen­de Erleb­nis­se mit Ele­fan­ten. Soll­te es nun also mög­lich sein, auch ein­mal die Rie­sen der Mee­re in ihrem natür­li­chen Lebens­raum zu beob­ach­ten?

Das Meer vor Ponta Delgada, São Miguel.
Das Meer vor Pon­ta Del­ga­da

Ver­an­stal­ter von Wha­le-Watching-Tou­ren in Pon­ta Del­ga­da sind direkt an der Mari­na, dem Hafen der Azo­ren-Haupt­stadt, zu fin­den (Hin­weis: Details zu den Anbie­tern ent­hält der Info­teil am Ende die­ses Arti­kels). Bei Picos de Aven­tu­ra erfah­re ich, dass man­che Wal­ar­ten sogar ganz­jäh­rig in den Gewäs­sern rund um die Inseln zu fin­den sind. Eine über­ra­schen­de Info, die ich zum Anlass neh­me, mich sogleich in den nächs­ten Aus­flug, zwei Tage spä­ter, ein­zu­klin­ken. Eigent­lich hat­te ich gar nicht damit gerech­net, dass auch jetzt, Mit­te Dezem­ber, Wale zu sehen sind.

Artenvielfalt in azorischen Gewässern

Bei­na­he 30 ver­schie­de­ne Wal­ar­ten gibt es in den Gewäs­sern rund um die Azo­ren. Inklu­si­ve Del­fi­ne, auch die gehö­ren näm­lich zur Fami­lie der Wale. Nähr­stoff­rei­che Strö­mun­gen und die Tie­fe des Oze­ans von meh­re­ren tau­send Metern sor­gen für opti­ma­le Lebens­be­din­gun­gen. Kein Wun­der also, dass eini­ge Arten das gan­ze Jahr über vor Ort blei­ben, anstatt sich auf die Wan­de­rung zu ande­ren Zie­len zu bege­ben. Am häu­figs­ten zu sehen sind Pott­wa­le, außer­dem kön­nen Pilot­wa­le und Finn­wa­le beob­ach­tet wer­den. Und bis­wei­len sogar Blau­wa­le, die größ­ten Tie­re, die jemals auf der Erde gelebt haben.

Whale Watching auf São Miguel. Walarten in den Azoren-Gewässern - Schaubild in der Marina von Ponta Delagda.
Wal­ar­ten in den Azo­ren-Gewäs­sern – Schau­bild in der Mari­na von Pon­ta Del­ga­da

Blau­wa­le kön­nen bis zu 200 Ton­nen schwer wer­den, sagen­haf­te 200.000 kg also, was dem Gewicht von min­des­tens 30–40 Ele­fan­ten ent­spricht. Wer könn­te sich ange­sichts der­ar­ti­ger Super­la­ti­ve der Fas­zi­na­ti­on die­ser Mee­res­be­woh­ner ent­zie­hen? Dass die Rie­sen, obwohl so groß wie ein Air­bus A320, trotz­dem nicht die längs­ten Lebe­we­sen sind, gehört zu den wei­te­ren span­nen­den Fak­ten rund um den Blau­wal. Über­trof­fen wird er näm­lich vom auf dem Mee­res­bo­den behei­ma­te­ten Schnur­wurm mit einer Län­ge von bis zu 35 m. Wer hät­te das gedacht? Den Rekord soll sogar ein 1864 gefun­de­nes 55-Meter-Exem­plar hal­ten. Jeden­falls dann, wenn die­ser Wurm nicht aus See­manns­garn gespon­nen wur­de.

Whale-Watching-Tour auf São Miguel

Mor­gens um 9 Uhr geht es los, eine hal­be Stun­de vor­her gibt es jedoch zunächst noch eine Ein­wei­sung. Das Brie­fing beginnt mit einem geschicht­li­chen Abriss über den Wal­fang und es fol­gen Instruk­tio­nen zur Wal­be­ob­ach­tung, ins­be­son­de­re über Maß­nah­men zum Schutz der Tie­re. 50 Meter Min­dest­ab­stand sind zum Bei­spiel ein­zu­hal­ten, es sei denn, die Tie­re sind neu­gie­rig und kom­men von sich aus näher. Aus­schau gehal­ten wird nach den Walen übri­gens vom Land aus – noch immer von den glei­chen Aus­sichts­punk­ten, an denen damals für Jagd­zwe­cke gespäht wur­de. Per Funk wird die Posi­ti­on der ent­deck­ten Tie­re von dort an die Boo­te wei­ter­ge­ge­ben. Der Unter­schied zu frü­her: statt mit Har­pu­nen sind die “Jäger” inzwi­schen mit Kame­ras bewaff­net.

Whale Watching mit Picos de Aventura auf der Azoren-Insel São Miguel.
Erst Sel­fies, dann Fotos von Walen?

Nach­dem Regen­ja­cken und Schwimm­wes­ten aus­ge­teilt sind, geht es hin­aus aufs offe­ne Meer. Hin­ein in die Welt der Cet­acea, so der wis­sen­schaft­li­che Ober­be­griff für die im Meer leben­den Säu­ge­tie­re, also sämt­li­che Wal- und Del­finar­ten. Kaum vor­stell­bar, dass jemand von den Teil­neh­mern nicht fas­zi­nie­ren­de Bil­der vor Augen hat, von sprin­gen­den Walen oder von rie­si­gen aus dem Was­ser ragen­den Schwanz­flos­sen. Als ein­drucks­vol­le Bele­ge der Wal­be­ob­ach­tung, ein­ge­fan­gen mit dem eige­nen Foto­ap­pa­rat. Zunächst jedoch wer­den Sel­fies gemacht, lachen­de Gesich­ter vor dem Hin­ter­grund des uner­gründ­li­chen Oze­ans und des in der Fer­ne schma­ler wer­den­den Küs­ten­strei­fens von São Miguel.

Whale Watching: Boot im Gewässer vor der Azoren-Insel São Miguel.
Ein wei­te­res Wha­le-Watching-Boot vor der Küs­te von São Miguel

Wogende See und springende Delfine

Das Meer ist unru­hig, das vom Skip­per umsich­tig gesteu­er­te Boot wird unge­zähl­te Male von mäch­ti­gen Wogen empor­ge­ho­ben, um gleich dar­auf wie­der in das nächs­te Wel­len­tal abzu­kip­pen. Was für ein aben­teu­er­li­cher Ritt! Kaum vor­stell­bar, dass sich inmit­ten die­ser rau­en See die sehn­süch­tig erwar­te­ten Mee­res­säu­ger bli­cken las­sen. Dann, auf ein­mal, ist es aber doch soweit, Del­fi­ne in Sicht! Wäh­rend man­che Tie­re flink mit der Bug­wel­le des Boo­tes schwim­men, sprin­gen ande­re in eini­ger Ent­fer­nung fröh­lich aus dem Was­ser. Und auf dem Boot lässt die Reak­ti­on nicht lan­ge auf sich war­ten, das anmu­ti­ge Schau­spiel ent­lockt so man­chem Beob­ach­ter ein begeis­ter­tes Jauch­zen.

Whale Watching vor der Küste der Azoren-Insel São Miguel. Aus dem Wasser springender Delfin.
Wenn Del­fi­ne sprin­gen, jauch­zen die Beob­ach­ter

Spä­ter tref­fen wir eine wei­te­re Grup­pe Del­fi­ne, nur die Wale blei­ben ver­bor­gen, irgend­wo in den unend­li­chen Mee­res­tie­fen. Und als es anschlie­ßend wie­der zurück geht, Rich­tung Hei­mat­ha­fen Pon­ta Del­ga­da, schau­en die meis­ten Pas­sa­gie­re gar nicht mehr so mun­ter aus der Wäsche. Vor­bei ist die anfäng­li­che Unbe­küm­mert­heit der Sel­fie-Lieb­ha­ber ein paar Stun­den zuvor. Die unru­hi­ge See hat ihre Wir­kung nicht ver­fehlt, das Unwohl­sein mit dem Namen See­krank­heit ist die Fol­ge des andau­ern­den Schau­kelns.

Whale Watching auf den Azoren. Auf dem Boot in den Gewässern vor der Küste von São Miguel.
Wha­le Watching – lei­den­de Gesich­ter auf dem Weg zurück nach Pon­ta Del­ga­da

Ob mei­ne von Übel­keit geplag­ten Mit­pas­sa­gie­re es genau so sehen, kann ich nicht sagen, aber für mich war die Wha­le-Watching-Tour ein span­nen­des Erleb­nis, auch ohne Wale. Mit dem Aben­teu­er Boots­fahrt, gera­de weil die See so rau war. Dazu mit dem Erleb­nis, auf die mun­te­ren Del­fi­ne zu tref­fen. Wo wäre da Raum für Ent­täu­schung? Und, um ehr­lich zu sein, erwar­tet hat­te ich das Erschei­nen von Walen ohne­hin nicht. Denn, auch wenn es im Dezem­ber nicht aus­zu­schlie­ßen ist, die bes­te Zeit für die Beob­ach­tung sind nun doch eher die Mona­te zwi­schen April und Okto­ber. Also etwa der Zeit­raum, in dem einst auch die Wal­fän­ger ihrem Hand­werk nach­gin­gen.

Walsichtungen im Jahr 2017 (© Neide Margarido, Picos de Aventura)
Wal­sich­tun­gen im Jahr 2017 (© Nei­de Mar­ga­ri­do, Picos de Aven­tu­ra)

Fragen an die Biologin

Als Nei­de Mar­ga­ri­do zum ers­ten Mal die Azo­ren besuch­te, war es Lie­be auf den ers­ten Blick. Inzwi­schen arbei­tet die aus Lei­ria, einer Stadt auf dem por­tu­gie­si­schen Fest­land, stam­men­de Natur­schutz­bio­lo­gin für Picos de Aven­tu­ra, den Ver­an­stal­ter, der neben Wal­be­ob­ach­tung diver­se wei­te­re Akti­vi­tä­ten anbie­tet.

Nei­de, von Tene­rif­fa habe ich nichts Gutes zum The­ma Wha­le Watching gehört. Dut­zen­de Boo­te sol­len dort täg­lich unter­wegs sein, teil­wei­se beschallt mit lau­ter Musik und bela­den mit vie­len alko­ho­li­sier­ten Pas­sa­gie­ren. Die fah­ren dann manch­mal direkt in Wal­fa­mi­li­en hin­ein, stö­ren die Tie­re und ver­let­zen sie mög­li­cher­wei­se sogar. Wie sieht es mit dem Schutz von Walen und Del­fi­nen auf den Azo­ren aus?

Zunächst ein­mal gibt es auf jeder Insel für Wha­le-Watching-Anbie­ter nur eine begrenz­te Anzahl von Lizen­zen, die von der Regie­rung fest­ge­legt wird. Das ist eine gute Sache, da so die Zahl der Boo­te, die der­ar­ti­ge Akti­vi­tä­ten unter­neh­men dür­fen, ein­ge­schränkt ist. Segel­boo­te kön­nen zum Bei­spiel kei­ne Wal­be­ob­ach­tungs­tou­ren durch­füh­ren. Außer­dem gibt es regio­na­le Vor­schrif­ten, Ver­hal­tens­re­geln für alle Anbie­ter von Boots­aus­flü­gen. Dar­über wird ja auch im Rah­men des Brie­fings vor jeder Tour gespro­chen, damit jeder weiß, dass sich alle Boo­te ord­nungs­ge­mäß ver­hal­ten.

An der Küste von São Miguel. Blick auf das Meer.
Lebens­raum Oze­an – an der Küs­te von São Miguel

Bei Picos de Aven­tu­ra ist außer­dem in jedem Boot ein Bio­lo­ge anwe­send. Zustän­dig dafür, den Leu­ten Infor­ma­tio­nen zu den Tie­ren zu geben, über ihr Ver­hal­ten und öko­lo­gi­sche Aspek­te. Und in des­sen Ver­ant­wor­tung liegt auch die Ent­schei­dung, wann es Zeit ist, den Stand­ort zu wech­seln. Es ist wich­tig, zu ver­mei­den, dass zu vie­le Boo­te auf ein­mal vor Ort sind, damit die Wale nicht des­we­gen ihr Ver­hal­ten ändern. Und es liegt im Inter­es­se der Wal­be­ob­ach­tungs­un­ter­neh­men selbst, die­se Regeln zu befol­gen, denn wenn die Tie­re ihr Ver­hal­ten erst ein­mal geän­dert haben, wäre es nicht mehr so ein­fach, sie zu beob­ach­ten. Sie wür­den den Kon­takt mit den Boo­ten ver­mei­den und das trä­fe dann alle Ver­an­stal­ter.

Wie erfolgt die Über­wa­chung die­ser Regeln?

Die Anbie­ter von Wal­tou­ren und ihre Akti­vi­tä­ten wer­den von den Behör­den über­wacht, auch wenn die­se durch­aus noch etwas akti­ver sein könn­ten. Außer­dem kon­trol­lie­ren sich die ver­an­stal­ten­den Fir­men auch gegen­sei­tig, denn wir sind es ja, die jeden Tag drau­ßen auf dem Meer sind. Die Situa­ti­on, wie Du sie in Tene­rif­fa beschreibst, ist also, jeden­falls aktu­ell, mit den Azo­ren über­haupt nicht ver­gleich­bar.

Whale Watching auf den Azoren, hier ein Boot und ein aus dem Wasser springender Delfin.
Del­fin­be­ob­ach­tung vor der Küs­te von São Miguel

Waltourismus und Naturschutz

Abschlie­ßend weist Nei­de dar­auf hin, dass vie­le Wal­ar­ten noch immer vom Aus­ster­ben bedroht sind und es daher wich­tig ist, auch mit klei­nen Din­gen etwas zum Schutz der Tie­re bei­zu­tra­gen. Etwa, wenn es um die Ent­sor­gung von Müll oder den Gebrauch von Plas­tik geht. Bei sen­si­blem Umgang mit den Res­sour­cen sei­en Tou­ris­mus und Natur­schutz durch­aus kein Wider­spruch, fügt sie hin­zu. Und berich­tet ergän­zend von einer außer­ge­wöhn­li­chen Begeg­nung mit einer Grup­pe von Pott­wa­len. Ende Sep­tem­ber leis­te­ten neu­gie­ri­ge Tie­re dem Wha­le-Watching-Boot unge­wöhn­lich lan­ge Gesell­schaft, das dabei ent­stan­de­ne Video wird auf der Face­book-Sei­te von Picos de Aven­tu­ra spä­ter tau­send­fach ange­klickt. Und auch eini­ge Medi­en grei­fen das ein­drucks­vol­le Zusam­men­tref­fen auf, berich­tet Nei­de Mar­ga­ri­do. Ein anschau­li­ches Bei­spiel dafür, wie das Beob­ach­ten von Walen auf öko­lo­gisch ver­träg­li­che Wei­se erfol­gen kann.

São Miguel, Abendstimmung. In der Ferne der Hafen von Ponta Delgada.
São Miguel, Abend­stim­mung. In der Fer­ne der Hafen von Pon­ta Del­ga­da

Der Ozean ist kein Zoo

Vie­le Infos neh­me ich mit von mei­ner ers­ten Wha­le-Watching-Tour. Und die Absicht, es bei nächs­ter Gele­gen­heit erneut zu ver­su­chen – bei einer Rück­kehr auf die Azo­ren oder anders­wo. Und ganz sicher mit geschärf­tem Blick für die Bedin­gun­gen, unter denen die Wal­be­ob­ach­tung abläuft. Denn die Ver­pflich­tung für eine nach­hal­ti­ge Umset­zung liegt zwar bei den Ver­an­stal­tern, aber auch die Tou­ris­ten tra­gen einen Teil der Ver­ant­wor­tung dafür, die Tie­re nicht unnö­tig zu stö­ren. Wal­tou­ris­mus ist schließ­lich auch ein lukra­ti­ves Geschäft, das außer Kon­trol­le gera­ten kann, die Fol­gen des Mas­sen­tou­ris­mus auf Tene­rif­fa las­sen grü­ßen. Und wenn das pas­siert, sind wie­der die Tie­re die Gehetz­ten, wie bei Moby Dick. Und die Ver­lie­rer, wie beim Wal­fang.

Was außer­dem nicht zu ver­ges­sen ist: der Oze­an ist kein Zir­kus, in dem dres­sier­te Tie­re vor­ge­führt wer­den. Und er ist auch kein Zoo mit ein­ge­sperr­ten Krea­tu­ren. Der Oze­an ist viel mehr, er ist ein wich­ti­ger Lebens­raum, den es zu bewah­ren gilt.


Walbeobachtung auf São Miguel | Infos & Tipps

In Pon­ta Del­ga­da fin­den sich meh­re­re Ver­an­stal­ter von Wha­le-Watching-Tou­ren (ohne Anspruch auf Voll­stän­dig­keit):

Noch eine Art Geheim­tipp scheint der Anbie­ter im Fischer­dorf Mostei­ros zu sein:

Auch von wei­te­ren Azo­ren-Inseln aus wer­den Wha­le-Watching-Tou­ren gestar­tet, etwa von Fai­al und Pico.

Lese­tipp / wei­te­re Quel­len zum The­ma Wal­be­ob­ach­tung:

Autor, Reisereporter und Reiseblogger. Nachdem man ihn dazu gebracht hat, seine vorherige berufliche Karriere zu beenden (um das böse Wort Mobbing zu vermeiden), treibt ihn die Neugier hinaus in die Welt und er erzählt Geschichten von unterwegs.

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