South Luangwa Nationalpark: Im Reich der wilden Tiere

Der South Luangwa Nationalpark ist das bekannteste Tierschutzgebiet Sambias. Und eines der bedeutendsten Naturschutzgebiete der Welt. Mein Ziel: Die Marula Lodge in Mfuwe, wo sich auch der Haupteingang zum Park befindet. Safari muss nicht teuer sein, darum geht es. Und natürlich um die Tiere, die sich mir in ihrem natürlichen Lebensraum gezeigt haben. Vor der Reise von Lusaka zum Südluangwa-Nationalpark hatte es auch kritische Stimmen gegeben, die mir von der Fahrt in den Osten Sambias abgeraten hatten. 

Zu beschwerlich sei die Busfahrt von Lusaka nach Mfuwe. Viele Tiere seien um diese Jahreszeit ohnehin nicht zu sehen. Fahr lieber nach Livingstone und sieh Dir die Victoriafälle an, hieß es. Von dort käme ich dann auch schnell nach Botswana, wo ich viel mehr Tiere sehen könne.

South Luangwa Nationalpark Sambia

Sattelstorch in Südluangwa. Sieht der nicht toll aus?

Warum ich trotzdem zum South Luangwa Nationalpark gefahren bin? Genau deswegen. Die Erfahrung zeigt, dass gerade ein weiterer, beschwerlicher Weg oft mit den schönsten Erlebnissen belohnt wird. Und letztendlich gab es ja auch andere Meinungen. Von Verena und Patrick zum Beispiel. Den beiden hat es dort richtig gut gefallen. Die von Afrika so begeisterten Autoren vom Afrika-Reiseblog Runterwegs sind ganze sieben Wochen in Südluangwa geblieben.

South Luangwa Nationalpark Sambia

Einer meiner neugierigen Nachbarn in Mfuwe

Busfahrt in den Osten Sambias

Abfahrt ist morgens um 5 Uhr, fast 12 Stunden wird die Fahrt dauern. Zunächst 570 km über die Great East Road bis Chipata, dann weiter nach Mfuwe. Ich habe einen Platz ganz vorn im Bus ergattert, mit der besten Sicht. Die frühe Abfahrtszeit, dazu die monotonen Fahrgeräusche: Schnell breitet sich Müdigkeit aus. Auch mir fallen immer wieder die Augen zu. Etwa drei Stunden sind vergangen, dann sind plötzlich alle wach. Ein Mann war aufgestanden, hatte angefangen zu predigen. Der Kerl steigert die Lautstärke seines Vortrags so lange, bis die Litanei in einem nervtötenden Geschrei endet. Dann ist endlich wieder Ruhe.

South Luangwa Nationalpark Sambia

Wildhund im South Luangwa National Park, vom Aussterben bedroht

Zeitweise muss der Bus auf eine holprige Piste ausweichen. An der Straße wird noch gebaut. Kinder stehen gelegentlich am Straßenrand. Ich blicke in große, neugierige Augen. Einige der Kids lachen. Und winken. Auch Tiere kreuzen immer wieder die Fahrbahn. Können oft noch im letzten Moment ausweichen. Eine Ziege schafft es nicht rechtzeitig. Der Bus überrollt sie erbarmungslos. Ich muss schlucken, schaue zum Fahrer. Der zeigt keine Regung. Routine auf den Straßen Afrikas?

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Gefährlicher Vegetarier

Begrüßung durch Hippos

Nach Ankunft in Mfuwe ein kurzer Anruf in der Marula Lodge und ich werde abgeholt. Bekomme mein Zimmer und eine erste Einweisung unter den Blicken neugieriger Affen. Das Gelände der Lodge liegt direkt am Luangwa, einem Nebenfluss des Sambesi. Schwimmen im Namensgeber des Nationalparks ist lebensgefährlich, erfahre ich. Klar, wer irgendwo in der Wildnis Afrikas in einen Fluss steigt, muss wohl mit dem Klammerbeutel gepudert sein. Plötzlich schallt ein lautes Schnaufen über dem Wasser. Flusspferde. Immer mehr Hippos stimmen nach und nach in das Konzert ein. Willkommen im South Lungwa Nationalpark, willkommen im Reich der wilden Tiere!

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Der König der Tiere hatte sich zunächst rar gemacht

Die schwerfälligen Flusspferde mit ihren kleinen Ohren sind zwar Vegetarier, können aber sehr aggressiv werden. Dazu wimmelt es im Luangwa River von Krokodilen. Braucht es mehr Gründe für das Schwimmtabu? Verhaltensregeln für mögliche Begegnungen mit Tieren auf dem Gelände der Lodge gibt es auch noch für mich. Vor allem Ruhe ist zu bewahren, etwa wenn ein Elefant auf einmal vor mir steht. Die Tiere könnten jederzeit über das Grundstück laufen, heißt es.

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Haupteingang zum South Luangwa Nationalpark

Der erste Game Drive

Am nächsten Morgen geht es das erste Mal durch den Park. Frühes Aufstehen ist angesagt, der Geländewagen startet um 6 Uhr. Afrikanische Wildhunde sind vom Aussterben bedroht, trotzdem begegnen wir als erstes einem Rudel dieser selten gewordenen Tiere. Sie sind sehr sozial, erläutert Guide David. Wie zum Beweis humpelt einer der Hunde, ist offenbar am Bein verletzt. Die anderen lassen ihn nicht im Stich. Immer wieder warten sie, bis er aufholt, dann läuft das Rudel gemeinsam weiter.

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Zebras, Verwandte des Pferdes

Viele weitere Tiere sehe ich bereits bei der ersten Exkursion durch den Nationalpark. Allen Unkenrufen zum Trotz. Zebras und Elefanten. Dazu viele Kudus und Impalas, die hauptsächlich vorkommenden Antilopenarten. Antilopen sind Fast Food hier, sagt David und lacht. Also wie eine Filiale von McDonald’s im Tierreich von Südluangwa, wo fast jede Kreatur Teil der Nahrungskette ist. Fressen oder gefressen werden, darum geht es.

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Antilopen, „Fast Food“ im Nationalpark

Auch wunderschöne, farbenfrohe Vögel sind immer wieder zu sehen. Die kommen im South Luangwa Nationalpark beinahe ein wenig zu kurz, wenn man hauptsächlich nach Löwen, Leoparden oder Elefanten Ausschau hält.

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Tolle Vögel gibt es zu sehen, so wie diese Gabelracke

Safari muss nicht teuer sein

Die Bezeichnung Game Drive ist neu für mich. So bezeichnen sie hier Safaris mit dem Jeep. Um an Safaris teilzunehmen, kann man sich ja eigentlich dumm und dämlich zahlen. Tausende von Dollar oder Euro kann man locker dafür hinblättern. Gerade so, als ob man dafür andere Tiere sehen würde! Dass es auch anders geht, zeigt die Marula Lodge in Mfuwe. Dort bietet man Pakete an, in den Preisen sind neben Übernachtung zwei tägliche Game Drives enthalten. Um 6 Uhr morgens und um 15:30 Uhr nachmittags geht es für jeweils 4 Stunden durch den Nationalpark. Dazu gibt es drei Mahlzeiten und Getränke.

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Nimmersatt aus der Familie der Störche

In konkreten Zahlen: Bei insgesamt 4 Übernachtungen habe ich $ 85 pro Tag bezahlt. Das ist ein mehr als fairer Preis für großartige Erlebnisse im South Luangwa National Park. Nicht enthalten sind die Gebühren für den Park. Die sind zusätzlich zu entrichten. Entsprechende Infos folgen am Ende dieses Berichts. „Backpackers welcome“ heißt es schon am Eingang zum Gelände der Lodge. Das gefällt, auch wenn ich mich selbst dieser Klientel nicht zurechne.

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Immer wieder sind Elefanten zu sehen

Begegnung mit Leoparden

David liebt seinen Job. Mit Leidenschaft ist der Guide bei der Sache und weiß die Zeichen zu deuten, die auf die Spuren der Tiere führen. Und so finden wir auch den ersten Leoparden. Vögel kreisen über der Stelle, wo sich der Prädator aufhält. Durch ihre aufgeregten Alarmrufe werden die anderen Tiere gewarnt. Und dann erscheint die Katze, völlig unbeeindruckt kommt der Leopard aus dem Unterholz geschlichen. Das elegante Tier ignoriert uns, tut so, als wären wir überhaupt nicht vorhanden. Wem mag der konzentrierte Blick wohl gelten?

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Wenige Meter entfernt schleicht der Leopard vorbei

Nächtlicher Besucher

Gegen Mitternacht höre ich ein Geräusch vor meiner Tür. Ein Flusspferd steht direkt vor mir, als ich die Tür öffne. Schaut mich kurz an und läuft dann ein paar Meter weiter. Um dort die Nahrungsaufnahme fortzusetzen. Ich hatte wohl beim nächtlichen Grasen gestört. Nachts steigen die schweren Tiere aus dem Fluss, während sie sich tagsüber kaum vom Wasser trennen können. Eine gemeinsame Vorliebe unter Verwandten? Zu denen werden nämlich die Wale gerechnet. Wer würde darauf kommen?

Tagsüber kaum aus dem Wasser rauszukriegen, nachts vor der Tür

Tagsüber kaum aus dem Wasser zu kriegen, nachts direkt vor meiner Tür

Wo sind die Löwen im South Luangwa Nationalpark?

Der letzte Tag ist angebrochen. Viele Tiere habe ich inzwischen schon gesehen. Und jedes Mal war es anders, nie langweilig. Auch das Wetter hatte seinen Teil dazu beigetragen, den Touren durch den South Luangwa Nationalpark immer neue Facetten verliehen. Mal war es sonnig, mal wolkig. Auch geregnet hatte es zweimal. Kurze heftige Schauer zum Ende der Regenzeit.

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Löwenfamilie

Nur der König der Tiere hatte sich bisher rar gemacht. Drei Löwinnen am Abend zuvor, in der Ferne beim Pirschen durch das Gras. Das wars. Würde ich am letzten Tag noch Glück haben und die Tiere auch aus der Nähe sehen können?

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Löwen am letzten Tag

David weiß wieder einmal, wo wir suchen müssen. Die großen Raubkatzen haben alle Viere von sich getreckt, liegen faul im Gebüsch. Vollkommen sorglos, vor wem sollten sich die Tiere auch fürchten? Viel zu sehen ist nicht, wir fahren zunächst weiter. David hat den richtigen Riecher. Als wir später wiederkommen, haben die beiden gerade ihren Nachmittagsschlaf beendet. Sitzen nun einträchtig nebeneinander. Einer der Burschen gähnt. Was für ein Gebiss!

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Impalas, immer auf der Hut vor Löwen

Wie oft werden sich die gewaltigen Zähne schon in die Kehle von Antilopen, Zebras und anderen Tieren gebohrt haben? Der zweite Löwe reibt unterdessen den großen Kopf zärtlich am Haupt seines furchterregenden Kameraden. Gemächlich trotten die beiden anschließend von dannen. Auf zu neuen Abenteuern.

South Luangwa Nationalpark

Abendstimmung im Nationalpark

Neue Abenteuer warten auch auf mich. Am nächsten Morgen sitze ich im Kleinbus nach Chipata, von dort wird es weiter nach Katete gehen. Gleich wird die Sonne am Horizont erscheinen. Und ein neuer Tag bricht an im South Luangwa Nationalpark. Es war die richtige Entscheidung, die weite Reise in den Osten Sambias anzutreten. In das Reich der wilden Tiere, denen ich hier so nah gewesen bin.

South Luangwa Nationalpark: Infos & Tipps

Anreise von Lusaka nach Mfuwe: Der Bus von Jonda Bus Tours fährt offiziell um 4:30 Uhr, tatsächlich um 5:00 Uhr morgens ab Inter-City Bus Terminus. Dauer: Etwa 12 Stunden. Preis: 190 Kwatcha.

Unterkunft: Die Marula Lodge liegt fast unmittelbar am Haupteingang zum Nationalpark. Sie bietet Unterkünfte und Safaris, genannt Game Drives, zu erschwinglichen Preisen. Es gibt auch Dorms und Zelte.

Nationalpark: Eintrittsgebühr: $ 25 pro Tag. Für Selbstfahrer, Einheimische und Personen, die in Sambia arbeiten, gelten andere Beträge. Auf der Website von Zambia Tourism gibt es außerdem Infos zu saisonalen Besonderheiten.

Alle Angaben: Stand April 2016

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